Pensionskassenvergleich der Sonntagszeitung

Kommentar zum Pensionskassenvergleich 2011

Vor mehr als 25 Jahren haben wir die CoOpera Sammelstiftung PUK gegründet. Die Absicht lag uns fern, in einen Wettkampf um höchste Renditen mit anderen Pensionskassen einzutreten. Trotzdem wird uns nun schon zum zweiten Mal die höchste Durchschnittsrendite über einen längeren Zeitraum bescheinigt. Aber wahrscheinlich ist dies eine logische Folge der Praxis der Nachhaltigkeit der CoOpera. Der Blick ist nicht eingeengt, sondern umfassend; das Handeln ist nicht auf ein einiges Ziel, sondern sowohl auf die Rentner wie auf diejenigen ausgerichtet, welche mit den finanziellen Mitteln der CoOpera arbeiten. Dass diese Umsichtige Haltung gewürdigt wird, freut uns.

Was bei der Rendite zum Vorteil aller gereicht (ausser vielleicht des Vermögensverwaltungssektors), wird scheinbar zum Nachteil bei verschiedenen anderen Aspekten des Pensionskassenvergleichs, z.B. der Risikoprämie. Allgemein üblich ist die Jagd nach „guten Risiken“. Wer in seinem Beruf höchstens riskiert, von seinem Bürostuhl zu fallen und in der Folge zu einem „Rentenfall“ zu werden, stellt ein gutes Risiko dar. Er ist von den Versicherern gesucht (ähnlich wie bei den Krankenkassen die jungen Männer). Hinzu kommt, dass Versicherer eine tiefe Einstiegsprämie offerieren und diese erst nach dem ersten „Schadenfall“ erhöhen – dann vielleicht massiv.

Der Pensionskassenvergleich thematisiert zwar die unterschiedlichen Risiken und glaubt, die Risikostreuung mit den drei Branchen Architektur, Beratung und Altersbetreuung und -pflege abgedeckt zu haben. Warum aber nicht auch Forstwirtschaft oder Strassentransport? Die CoOpera engt den Blick auch hier nicht ein. Sind wir nicht froh, dass Menschen auch risikoreicheren Berufstätigkeiten nachgehen? Dann müssen wir aber das Risiko auch solidarisch verteilen – mit einer Einheitsrisikoprämie. Aus dieser Haltung heraus geht die CoOpera schon gar nicht auf die Jagd nach guten Risiken – und rangiert logischerweise auch nicht unter den Jagdsiegern.

Dies sind zwei Anmerkungen und Relativierungen zu zwei Einzelthemen des Pensionskassenvergleichs. Der Pensionskassenvergleich selber findet sich hier.

 

Kommentar 2009: Die CoOpera Sammelstiftung PUK resümiert das Ergebnis folgendermassen: „Wir haben ein Rennen gewonnen, zu dem wir gar nicht angetreten sind.“

Hätte die CoOpera nur gerade im vergangenen Jahr bezüglich Rendite alle anderen Pensionskassen hinter sich gelassen, hätte das nicht weiter verwundert, hielt doch die CoOpera von Börsenpapieren auch in besseren Zeiten nicht eben viel. Der erste Rang wiegt aber deutlich mehr, steht er doch für die beste Durchschnittsrendite von 9 Jahren! Genau diese Spitzenposition hatte die CoOpera nie angestrebt, ist ihr doch das Wohl der Kreditnehmer ebenso wichtig wie dasjenige der Versicherten. Eigenkapitalrediten, wie sie ein Josef Ackermann anstrebt, sind für die CoOpera weit jenseits ihrer Ideen einer nachhaltigen Wirtschaft. Ja, sie ist der Überzeugung, dass die schiere Menge an Kapital, die von den Altersvorsorgewerken aufgehäuft wird, der Volkswirtschaft massiven Schaden zufügt und ursächlich für die Finanzkrise mitverantwortlich ist. Denkt die CoOpera allenfalls fast mehr an die Volkswirtschaft und die Kreditnehmer als an die Versicherten?

Der Pensionskassenvergleich sät gerade in Bezug auf das Wohl der Versicherten Zweifel: Bezüglich Risikoprämie, die die Versicherten zu zahlen haben, findet sich die CoOpera nämlich auf dem letzten Rang – und bildet sich darauf fast mehr ein, als auf den ersten Rang bezüglich Rendite. Verkehrte Welt? Keineswegs. Mit der Risikoprämie wird frühzeitige Arbeitsunfähigkeit versichert. Im Versicherungswesen wird das Solidaritätsprinzip immer mehr zugunsten der Wirtschaftlichkeit verdrängt. Wirtschaftlich arbeitet eine Versicherung, die viele „gute“ Risiken anlocken kann. Das macht sie beispielsweise, wenn sie viele Architekten und möglichst keine Bauarbeiter versichert. Dies gelingt, wenn Architekten viel tiefere Prämien bezahlen, Bauarbeiter hohe; Männer tiefe und Frauen hohe usw. Dies gelingt auch, wenn man generell tiefe Prämien offeriert und diese nach dem ersten Versicherungsfall deutlich erhöht. Dieses Spiel spielt die CoOpera nicht mit. Das Solidaritätsprinzip soll nicht so schnell aufgegeben werden.  Deshalb ist die CoOpera auf diesen letzten Rang fast noch stolzer als auf den ersten, den Rendite-Rang.

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